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Raqs Sharqi

Orientalischer Tanz – Bellydance – Bauchtanz

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Orientalischer Tanz, auch Bauchtanz genannt, wurde aus dem Arabischen „Raqs Sharqi“ über das Französische „danse du ventre“ als „Belly Dance“ im Englischen oder eben „Bauchtanz” im Deutschen übersetzt.

Tanzen ist eine natürliche Ausdrucksform, die jede/r in sich trägt und dadurch Emotionen wie Lebensfreude, Sehnsucht oder Schmerz ausgedrückt werden können. Der Orientalische Tanz wird aus der Körpermitte, dem sogenannten Energiezentrum, getanzt. Hierbei werden einzelne Körperteile bzw. Körperzentren isoliert, also einzeln und unabhängig voneinander bewegt. Beispielsweise kann die Hüfte schwingen, während der Oberkörper ruhig gehalten wird.

Das Erlernen von Figuren und verschiedenen Formen des Tanzes führt zum bewussten Kennenlernen des eigenen Körpers mit seinen verschiedenen Muskelgruppen.

Auch Mimik und Gestik, Eleganz und Würde, Verspieltheit und Verträumtheit geben dem Bauchtanz seinen speziellen, exotischen Ausdruck.
Orientalischer Tanz ist eine gute Möglichkeit den eigenen Körper bewusst kennenzulernen, etwas für ihn zu tun, störende Gedanken loszulassen, Stress abzubauen und sich wieder neue Energiereserven verschaffen.

Authentizität – Persönlichkeit – Ausdruck!

Orientalischer Tanz in Ägypten

Im alten Ägypten gab es schon um 2400 v. Chr. professionelle Tänzerinnen, die aus Afrika stammten. Durch die Entwicklung Ägyptens zur Hochkultur tanzte die Oberschicht nicht selbst, sondern ließ Tänzerinnen für sich tanzen. So machte der orientalische Tanz seine erste Entwicklung vom Kult-Tanz zum Schautanz durch. Unabhängig von der Oberschicht wurde im Volk und den Tempeln weiterhin rituell getanzt, beim Volk ging der religiöse Bezug allerdings mit der Zeit verloren. Wichtig für die Entwicklung des ägyptischen Bauchtanzes war vor allem die aufgeschlossene Gesellschaft, Frau und Mann waren damals rechtlich gleichgestellt, was für orientalische Verhältnisse recht ungewöhnlich war. Eine Ägypterin durfte sich somit unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen, war geschäftsfähig und brauchte vor Gericht keinen Vormund. Auf alten, erhaltenen Wandmalereien ist zu erkennen, dass Tänzerinnen sogar manchmal nur ein hauchzartes, durchsichtiges Gewand trugen und reich behängt und geschmückt waren. Der uns bekannte orientalische Tanz entstand aus dem Ägyptischen Kulttanz und dem ekstatischen Tanz der Afrikanerinnen, beeinflusst vom Tanz der Asiatinnen und Nubierinnen um 1900 v. Chr.

Vom Orient zum Okzident – der Traum von 1001 Nacht

OrientSchon bevor der Orientalische Tanz erstmals in der westlichen Welt getanzt wurde, boomte der „Orientalismus“ in Europa. Ausgelöst wurde dies durch Berichte der Orientreisenden des 19. Jahrhunderts, die die fremde Kultur aus ihrem eigenen, in der Regel verklärten Blickwinkel beschrieben. Der Orient – das war für die einen ein geheimnisvoller, exotischer Ort, die Märchenwelt aus 1001 Nacht mit Sultan, Harems und erotisch-sinnlichen Genüssen. Für die anderen war er barbarisch, unzivilisiert und das absolute Gegenteil der modernen westlichen Welt. In jedem Fall war der Orient „anders“ – das schreckte ab und faszinierte zugleich.Schon bald beschäftigten sich Maler, Dichter und Künstler mit dem Orient, ohne jedoch jemals dort gewesen zu sein und auf Bällen und in Salons wurden exotische Kostüme und Kleider getragen.

Für Furore sorgte schließlich der Auftritt der syrischen Tänzerin Farida Mahzar 1893 auf der Weltausstellung in Chicago. Ihre Vorführungen wurden zum Publikumsmagneten, in der Folge brach eine wahre Orientwelle aus. Es gab viele Nachahmerinnen, vor allem im modernen Tanz, die diese „neue“ Form des Tanzes in ihre Auftritte integrierten.

Parallel dazu änderte sich in Ägypten und den anderen arabischen Ländern mit dem zunehmenden Touristenstrom auch der Tanzstil. Die Darbietungen passten sich stärker westlichen Vorstellungen an. In den 20er Jahren wurde der ursprünglich auf den Straßen und bei Feierlichkeiten dargebotene Tanz zum Bühnentanz nach Vorbild der westlichen Varietés. Durch die aufkommende Filmindustrie und die Massenmedien erlangten die arabischen TänzerInnen Bekanntheit. Hollywood begann Musicalfilme im Stil von 1001 Nacht zu drehen und auch in Ägypten begeisterten Musikfilme das arabische Publikum. Prägend für die heutige Zeit und den heutigen Solotanz war wohl das Goldene Zeitalter des Orientalischen Tanzes im Ägypten der 1940er bis 1960er Jahre.

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