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Saidi – Stocktanz

SaidaIn Ägypten wird der Tanz – eher, das „Spiel“ (das Wort „Tanz“ gibt es erst seit er Zeit von Napoleon) mit dem Stock = Tahteeb genannt.

Hatab/a = Ein Stock (=trockene Pflanze)
Tahteeb = Plural

Der Stocktanz zählt zu den ältesten Männertänzen in Ägypten und geht bis ins Pharaonenreich zurück.
Er wird „Raqs Saidi“ oder Raqs al assaya genannt, ein Tanz aus Oberägypten zwischen Giza und Luxor.
In der Zeit bis Christi Geburt präsentierten sich die Männer bei einem Kampf mit einem Stock. Hierbei diente ihnen der Stock zur Selbstverteidigung.
Sie demonstrierten so ihre körperliche Stärke und zeigten ihre Intelligenz, indem sie so geschickt wie möglich den Stockschlägen des Gegners auswichen.
Danach veränderte sich dieser Kampfstil, bis er die heute getanzte Bühnenpräsenz erreichte.
„Raqs Masri“ oder „Ägyptischer Tanz“ wird er in anderen arabischen Ländern genannt, da dieser Tanz als Tanztradition Ägyptens angesehen wird.

Raqs Tahteeb wird der Kampftanz zweier Männer genannt, welcher heute zu Schaukämpfen genutzt wird.
Es ist der Ausdruck eines tänzerischen Kampfes mit einem oder zwei Stöcken. Aber er wird auch als Geschicklichkeitsvorführung, Ausdruck Saidikörperlicher oder athletischer Tapferkeit, als Ackerbau- und Fruchtbarkeitssymbol gewertet. Männer verwenden dicke Bambusstöcke.

Stocktanz als Frauentanz ist moderneren Ursprungs. Hier wird mehr die kokette, verführerische Seite des Stockes gezeigt, die auch mit einem verzierten oder goldgeschmückten Stock getanzt wird. Zum Spaß lassen die Frauen ihre Phantasie spielen. Sie zeigen ihre Geschicklichkeit, wie sie den Stock beherrschen.
Der Tanz wird unterschiedlich ausgeführt. Er kann verspielt und frech, aber auch kraftvoll und edel sein. Der Stock wird balanciert, wobei er auf dem Kopf oder in der Hüfte abgelegt oder keck geschwungen wird. Die Schritte sind erdig und der Tanz ist von vielen Hüpfern und Shimmies gekennzeichnet.

Rhythmus
Der Rhythmus beim Stocktanz ist immer der Saidi mit dem typischen Instrument Mizmar. Hier handelt es sich um eine Flöte, dessen Lumen am unteren Ende größer wird. Sie besteht aus Holz, wobei das Mundstück ein innen schwingendes Blatt aus Metall besitzt. Dieses Blasinstrument gleicht der Klarinette oder Oboe.
Der Saidi ist ähnlich dem Maqsoum und dem kleinen Masmoudi, der durch zwei tiefe „Dum-Schläge“ in der zweiten Hälfte des Taktes einen starken und erdigen Charakter erhält. Es handelt sich hier um einen 4/4 Takt.

Kleidung:
Die Männer tragen traditionell zwei Galabeyas übereinander und einen langen Schal (Emma) um den Kopf. Frauen tragen ein Kopftuch und ein Kleid mit vielen Münzen geschmückt.

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