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Muwaschahat / Arabisch-Andalusischer Tanz

MuwaschahatMuwashahat = Plural
Weshah = Gesichtsschleier singular

Der Muwaschahat (das „Strophengedicht“) stammt aus Al Andalus, wie der Araber den südlichen Teil Spaniens nannte, den sie von 711 bis 1492 beherrschten. Der Legende nach soll der Urheber des Andalus Tariq ibn Ziyad, ein maurischer Heerführer sein, der Europa durch Spanien öffnete.

Dieser Tanz zählte zu den höfischen Tänzen und war ursprünglich ein Gruppentanz, der in der Zeit des arabischen Spaniens an den Höfen von Cordoba und Granada vorgeführt wurde.

Die Überlieferung erfolgte rein mündlich und durch Bilder. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen waren im 14. Jahrhundert zu finden.
Das kulturelle Klima war sehr befruchtend, da Araber, Iberer und nordafrikanische Berber zusammenlebten. So  verschmolzen gotische, islamische und pharaonische Stile und Kulturen zu einer neuen Einheit.

Später war Ludwig der XIV. (17. Jhd.) ein Förderer des Hoftanzes, aus dem das klassische Ballett entstand.
MuwaschahatDie erste Ballettschule wurde in Frankreich gegründet und Al Andalus war auch die Heimat des Minnegesangs, von dem das Ideal der reinen göttlichen Frau übernommen wurde.
Der Inhalt des Gesangs war schon damals meist lyrisch.

Der Muwaschahat hat viele verschiedene Rhythmen.
Der bekannteste ist der Samaey, welcher ein einfacher Rhythmus ist.
Weitere Rhythmen, wie der Masmoudi (8/8), der Maksum (4/4) und auch der Walzer (3/4) sind zu finden.

Arabische und andalusische Tanzelemente werden mit europäischen Elementen (Arabesken, Rond de jambe und kleine graziöse Sprünge) kombiniert, wobei die orientalischen Bewegungen weich, dezent und mit grazilen  Arm- und Handbewegungen getanzt werden.

Weshah ist ein Gesichtsschleier, mit dem das Gesicht bedeckt wird.
Das kleine Metallteil für die Nasenhalterung heißt Burquar (mit diesem kleinen Tuch wird getanzt). Die Tänzerin tanzt mit zwei Tüchern.

Kostüm:
Es gibt leider fast keine überlieferten Abbildungen der Kleidung der Tänzer.
Es dürfte sich aber um enge, lange Hosen gehandelt haben, hüftlange Blusen oder Jacken, mit oder auch ohne Hüftschmuck.
Als Kopfbedeckung sind Hütchen bekannt.
Eine andere Kopfbedeckung ist der Fiz, den man besonders in Jugoslawien findet.
Die Kostüme haben sich weiterentwickelt und sehen heute anders aus.

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