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Ghawazi

GhawaziDie Ghawazi, Zigeuner, sind ursprünglich aus Indien und Afghanistan über Persien gekommen und nach Westen gewandert, nach Europa und in die Türkei. Ein Teil davon ist im 1. Jahrhundert über Ägypten nach Spanien weiter gewandert.

1834 wurde Tanz von Frauen in der Öffentlichkeit in Kairo verboten.
Die Zigeuner verschwanden und flüchteten 1834 in den Süden und noch weiter weg. Weil sie keinen Schleier trugen und unmoralische Bewegungen machten wurden sie auf religiösen Druck hin vertrieben.

In Oberägypten (Luxor) blieben sie etwa 20 Jahre.

Die Ghawazi stellten sich gegen die vorhandene Gesellschaft, sie bildeten eine eigene Gemeinschaft.
Ihr Erscheinungsbild fiel auf. Sie taten immer das Gegenteil von dem, was die Gesellschaft vorschreibt. Waren schöne Haare gerade in, schnitten sie sich ihre Haare ab oder trugen gleich eine Glatze.

Sie bezahlten keine Taxis oder Busse, sie zahlten grundsätzlich kein Geld an die Regierung. Sie lebten in Zelten oder Hütten. Ghawazi-Frauen verdienten ihren Lebensunterhalt als Prostituierte oder Tänzerinnen.
Sie tanzten auf öffentlichen Straßen zur Unterhaltung der kreischenden Menge, traten in Dörfern auf Bauernhochzeiten oder bei Erntefesten auf,  nicht  aber in Städten.
Die Ghawazi wurden daher von der Gesellschaft eher wenig geachtet. Sie heirateten nur innerhalb ihres Stammes und wenn sie es zu Reichtum gebracht hatten kleideten sie sich wie die Mittelklasse – mit erkennbar viel Schmuck und Münzen auf der Stirn. Manchmal trugen sie einen Nasenring.
Manche wohlhabende Ghawazi besaßen sogar Sklaven und Rinder.

Sie sonderten sich durch ihre gemeinsame Religion (Hindu) und ihre gemeinsame Sprache (Roma) ab.
Um von den Einheimischen nicht verstanden zu werden vertauschten Sie einige Buchstaben oder vervollständigten den Satz nicht, um ihren eigenen „Code“ zu entwickeln. Außerdem vertauschten sie die Sprache innerhalb eines Landes – z. B. sprachen sie in Spanien Russisch und in Russland Spanisch.

Der Ghawazi-Tanz wirkt nicht sehr elegant, eher vulgär, aber gleichzeitig spielerisch und fröhlich.

Die wichtigsten Vertreter/Innen dieses tanzenden Volksstammes waren die al-Maazin in Luxor, von denen noch eine Tochter lebt, und die al-Adl, von denen das letzte Mitglied um 2000 starb. Sie waren im Delta in Sombat zugegen.

Tänzerin: Nasia el Adel

Kostüm
Sie tanzen in langen Kleidern, tragen dabei eine weite Bluse und eine ebenso weite Hose, die um die Hüfte geschlungen wird und eine eng anliegende, bodenlange Jacke, eine rote Kappe oder Turban. Die Schürze, die meistens vorne getragen wird, stammt aus der Römerzeit von deren Kleidung. Ihre Hüften schmücken sie außerdem meistens mit einem Schal. Sie tragen bei Tanz verschiedene Schmuckstücke und eine Perücke mit langen Haaren. Die Augen sind mit Kohl umrandet, die Finger und Zehen mit Henna gefärbt. Heute sieht man auch ein Baladi-Kleid mit Reihen von Fransen und einem kleinem Kopftuch.

Bewegungen
Die Bewegungen sind ausladend, groß und nicht statisch, sie wirken etwas vulgär, einfach und wiederholen sich oft. Die Tänzerinnen werfen die Hüfte von einer Seite zur anderen und lassen sie vibrieren.
Shimmy ist häufig. Beim Hüftshimmy drehen sie die Hüfte vorwärts und rückwärts. Hoch- und Tiefbewegungen sind sehr selten. Die Tänzerinnen begleiten sich selbst mit Zimbeln. Auch der Tanz mit Stock oder Säbel ist möglich. Dadurch wird das Publikum aufgefordert, mitzuklatschen oder Geld zu geben.

Instrumente
Die Männer spielen Rababa, Mizmar, Tabla oder Nay.

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